Museum Folkwang

ARMANDO. Leben und Werk im Zeichen der Erinnerung – Vortrag von Melanie Lange

26 November
18:00 - 19:00
—
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Museumsplatz 1, Essen

An diesem Abend stellt Melanie Lange ihr monografisches Buch über den niederländischen Künstler Armando (1929 – 2018) vor. Das sich über 70 Jahre erstreckende Werk des Künstlers kennzeichnet eine thematische Dominante: die Erinnerung an das Vergangene im Kernschatten eines allgegenwärtigen gesellschaftlichen Vergessens. Bildende Kunst ist für ihn demnach gleichbedeutend mit dem Bestreben, visuelle Ankerpunkte des Nicht-Vergessens zu markieren. 1988 beginnt Armando damit, ein 173 Werke umfassendes bildhauerisches Œuvre hervorzubringen. In ihm zieht er die Summe seines bisherigen Schaffens. Bis dahin sind die Geschehnisse seiner unmittelbaren Vergangenheit im Fokus, die er ab seinem 11. Lebensjahr in nachbarlicher Nähe zum nationalsozialistischen Durchgangslager Amersfoort während des Zweiten Weltkrieges beobachten und erfahren musste. Mit der Hervorbringung seiner ersten Bronzeskulptur erweitert der Künstler sein Werk um ein neues Element von gravierender Tragweite: Er ergänzt diesen Bl

About the event

An diesem Abend stellt Melanie Lange ihr monografisches Buch über den niederländischen Künstler Armando (1929 – 2018) vor. Das sich über 70 Jahre erstreckende Werk des Künstlers kennzeichnet eine thematische Dominante: die Erinnerung an das Vergangene im Kernschatten eines allgegenwärtigen gesellschaftlichen Vergessens. Bildende Kunst ist für ihn demnach gleichbedeutend mit dem Bestreben, visuelle Ankerpunkte des Nicht-Vergessens zu markieren. 1988 beginnt Armando damit, ein 173 Werke umfassendes bildhauerisches Œuvre hervorzubringen. In ihm zieht er die Summe seines bisherigen Schaffens. Bis dahin sind die Geschehnisse seiner unmittelbaren Vergangenheit im Fokus, die er ab seinem 11. Lebensjahr in nachbarlicher Nähe zum nationalsozialistischen Durchgangslager Amersfoort während des Zweiten Weltkrieges beobachten und erfahren musste. Mit der Hervorbringung seiner ersten Bronzeskulptur erweitert der Künstler sein Werk um ein neues Element von gravierender Tragweite: Er ergänzt diesen Blickwinkel um ein Vortasten zum archaischen, also ursprünglichen Wurzelwerk des menschlichen Verhaltensrepertoires. Hierbei hält er den Kontakt zur Gegenwart stets aufrecht, denn sie ist es mit ihrer ausgeprägten Erinnerungsflüchtigkeit, um derentwillen er jede ihm zugängliche Schicht der Vergangenheit hervorgräbt und in seiner Kunst festhält. Dieses Œuvre hat Melanie Lange erstmals in ihrem Buch „Armando. Das skulpturale Werk 1988–2017. Erinnern als Symbiose von historischer Seismik und archaischer Tektonik“ kunsttheoretisch ausgelotet. Hierbei wird deutlich, wie Armando als Seismograph vergangener Erschütterungen exakt das in seiner signifikanten Bildsprache zum Ausdruck bringt, was sich in unserer heutigen Zeit ein weiteres Mal anschickt, die Welt in unvorstellbarer Dimensionierung aus den Angeln zu heben.

In Kooperation mit der Armando Stiftung und dem Kunstring Folkwang e.V., Verein der Freunde des Museum Folkwang.

Teilnahme kostenfrei. Ohne Anmeldung. Begrenzte Teilnehmer:innenzahl.

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