Musical von Joe Masteroff (Buch), John Kander (Musik) und Fred Ebb (Gesangstexte) nach dem Stück »Ich bin eine Kamera« von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood
Das legendäre Musical »Cabaret« führt uns in die schillernde Welt des Kit Kat Klubs der 1930er-Jahre. Jeden Abend begeistert die enigmatische Künstlerin Sally Bowles mit ihrem berühmten Song »Life is a Cabaret« das Publikum, das Dekadenz und Diversität feiert. Der junge Amerikaner Clifford Bradshaw verfällt diesem sinnlich aufgeladenen Kosmos. Doch gleichzeitig zieht etwas Dunkles herauf, das sich immer stärker in den Alltag der lebenslustigen Lebenskünstler*innen einschleicht.
»Willkommen, bienvenue, welcome ... Fremder, étranger, stranger …« So beginnt das legendäre Musical »Cabaret« – mit der lockenden Einladung des Conférenciers, die schillernde Welt des Kit Kat Klubs zu betreten, in dem die enigmatische Künstlerin Sally Bowles jeden Abend ihren berühmten Song »Life is a Cabaret« zum Besten gibt. Dieser Einladung folgt auch der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw. Als Fremder ist er nach Berlin gekommen, um keine Sekunde von dem zu verpassen, was in dieser pulsierenden Stadt hier vor sich geht. »Ich bin eine Kamera mit offenem Verschluss, ganz passiv, ich nehme auf, ich denke nicht.« Cliff, zunächst nur neugieriger Beobachter, verfällt zunehmend diesem sinnlich aufgeladenen Kosmos. Gleichzeitig zieht etwas Dunkles herauf – politisch und gesellschaftlich –, das sich immer stärker in den Alltag der Lebenslustigen einschleicht. Doch im Zustand des großen »Davor« wird gefeiert, getanzt und gesungen – ausgelassen, jubelnd und … irrsinnig!
Für den britisch-amerikanischen Autor Christopher Isherwood (1904–1986), dessen zwei autobiografische Berlin-Romane als Vorlage für »Cabaret« dienten, war sein erster Besuch in dieser Stadt eines der einschneidendsten Erlebnisse seines Lebens. Hielt er »Berlin-Babylon« zunächst noch für einen »Reklamespruch« im Wettbewerb mit dem mythischen Paris, erlebt er in Berlin einen »gewaltigen Mummenschanz der Perversionen« und eine nie gekannte Freiheit. Als die politische Lage immer bedrohlicher wird, verlässt er schließlich Deutschland Richtung Griechenland: Als Homosexueller weiß er, dass er in Gefahr ist.
Der international gefragte Opernregisseur Claus Guth nähert sich dem »Cabaret« – die legendäre Verfilmung entstand in München – aus seiner ganz eigenen Perspektive. Das detailliert-dokumentarische Zeitbild der 1930er-Jahre in Berlin wird für ihn zu einer Forschungsreise ins Innere. Ein unsicherer junger Mann, ein Schriftsteller, der noch nicht viel erlebt hat, probiert sich in allen Facetten seiner Möglichkeiten aus und findet – in der Konfrontation mit der größtmöglichen Intensität von Wirklichkeit – zu sich selbst und seiner Identität.
Residenztheater
Cabaret
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Musical von Joe Masteroff (Buch), John Kander (Musik) und Fred Ebb (Gesangstexte) nach dem Stück »Ich bin eine Kamera« von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood
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