Düsseldorfer Schauspielhaus – Kleines Haus

Die Verwandlung

9 December
20:00 - 21:15
—
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Gustaf-Gründgens-Platz 1 (Kleines Haus), Düsseldorf

nach Franz Kafka | in einer Bearbeitung von Dorle Trachternach, Kamilė Gudmonaitė und Ensemble

About the event

nach Franz Kafka | in einer Bearbeitung von Dorle Trachternach, Kamilė Gudmonaitė und Ensemble

Regie Kamilė Gudmonaitė

Premiere am 15. Dezember 2024

»Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.« Mit dieser radikalen Setzung beginnt der Klassiker von Franz Kafka. Gemeinsam mit der litauischen Theatermacherin Kamilė Gudmonaitė erkunden sieben Spieler:innen zwischen 22 und 68 Jahren Kafkas Erzählung »Die Verwandlung«. Im Zentrum dieser dialogischen Auseinandersetzung steht die Erfahrung der Entfremdung, die entsteht, wenn die eigene Körperwahrnehmung nicht mit der äußeren Realität übereinstimmt – wenn der Körper als monströs oder unpassend empfunden wird.

Die Inszenierung hinterfragt, wie der Körper in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen und gestaltet wird. Längst ist er nicht mehr schicksalhaft gegeben, sondern zum Projekt geworden: Durch Training, chirurgische Eingriffe oder andere transformative Prozesse kann er nach individuellen Vorstellungen geformt und verändert werden. Und dennoch bleibt der Mensch dem Körper immer auch ausgeliefert – seinen biologischen Wandlungen, seiner Verletzlichkeit und den Zuschreibungen anderer.

Die Inszenierung nähert sich Kafkas Werk aus einer zeitgenössischen Perspektive, die den Körper als Schauplatz eines Spannungsfeldes zwischen alten Zwängen und neuen Spielräumen begreift. Dabei wird der Körper nicht nur als biologische, sondern auch als soziale und kulturelle Kategorie untersucht – ein Ort, an dem Identität und Fremdheit zugleich verhandelt werden. Kamilė Gudmonaitė gehört zum Leitungsteam des Litauischen Nationaltheaters in Vilnius und gilt als eine der aufregendsten Regisseur:innen ihrer Generation. Mit Arbeiten, die sich mit Gesundheit, Gender und Generationskonflikten beschäftigen, hat sie sich auch international einen Namen gemacht. In ihrer ersten Inszenierung am D’haus kombiniert sie Kafkas Weltliteratur mit den Körpergeschichten der Spieler:innen.

Die Inszenierung wurde zum Festival Radikal jung 2025 eingeladen.

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