Hamburgische Staatsoper – opera stabile

El Cimarrón

23 Jan — 7 Feb 2027
15:00 - 21:30
—
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Kleine Theaterstraße 1, Hamburg

Auf einer Kubareise begegnete Hans Werner Henze 1969 die Geschichte der Selbstbefreiung eines versklavten Menschen. Diese Biografie fand Ausdruck in seinem komplexen Werk El Cimarrón, getragen von der Hoffnung, Kunst könne zur Veränderung der Welt beitragen. Regisseur Matthias Piro liest die Lebensgeschichten von Protagonist und Komponist aus heutiger Perspektive: Wie nutzen wir Historie zur Projektionsfläche für politische Utopien? Wie erinnern wir?

About the event

Hans Werner Henze

Auf einer Kubareise begegnete Hans Werner Henze 1969 die Geschichte der Selbstbefreiung eines versklavten Menschen. Diese Biografie fand Ausdruck in seinem komplexen Werk El Cimarrón, getragen von der Hoffnung, Kunst könne zur Veränderung der Welt beitragen. Regisseur Matthias Piro liest die Lebensgeschichten von Protagonist und Komponist aus heutiger Perspektive: Wie nutzen wir Historie zur Projektionsfläche für politische Utopien? Wie erinnern wir?

Was passiert mit Biografien, wenn sie durch die Hände verschiedener Generationen gehen? In El Cimarrón verbindet Hans Werner Henze die Form des Rezitals für Sprecher und Kammerensemble mit einer dezidiert politischen Perspektive. Im Zentrum steht die Lebensgeschichte Estéban Montejos: in die Sklaverei auf einer kubanischen Zuckerrohrplantage hineingeboren, als junger Mann geflohen, jahrelang im Wald überlebt, später Kämpfer im Unabhängigkeitskrieg gegen die spanische Kolonialmacht. Diese Geschichte elektrisierte den Komponisten Hans Werner Henze, der sich in Deutschland zu dieser Zeit durch seine Homosexualität als Außenseiter fühlte, und seinen Librettisten Hans Magnus Enzensberger bei ihrer Kubareise im Jahr 1969. Noch im selben Jahr formten sie diese Biografie zu einem fünfzehnteiligen Werk aus der Ich-Perspektive – getragen von der Hoffnung, Kunst könne zur Veränderung der Welt beitragen. El Cimarrón ist Ausdruck eines Aufbruchs und als politischer Protest zu hören, aber zugleich tief in den Denk- und Bildwelten seiner Zeit verankert. Die Hamburger Inszenierung von Matthias Piro liest das Werk aus heutiger Perspektive. Sie fragt nach dem doppelten Erbe, nach der historischen Realität von Sklaverei, Kolonialismus und Gewalt – und nach der Art und Weise, wie eine europäische Nachkriegsgeneration diese Geschichte als Projektionsfläche für eigene politische Utopien nutzte. Wie erinnern wir? Wie politisch darf, kann und muss Musiktheater sein? Und was geschieht mit einer Musik, die einmal komponiert wurde – und dann dem Lauf der Zeit übergeben ist?

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