Hamburgische Staatsoper

Guillaume Tell

24 Jan — 4 Mar 2027
18:00 - 22:50
—
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Große Theaterstraße 25, Hamburg

Wie politisch Kunst sein kann, steht im Tell außer Frage. Die gefeierte Inszenierung von Tobias Kratzer rückt die berühmte Geschichte von Unterdrückung und Widerstand einer kleinen Schweizer Dorfgemeinschaft in die Gegenwart: als Parabel für eine kultivierte, liberale Gesellschaft, deren Ideale durch äußere Gewalt und Machtmissbrauch ins Wanken geraten. Wie soll, wie kann sie auf die Bedrohung ihrer Freiheit reagieren?

About the event

Gioachino Rossini

Wie politisch Kunst sein kann, steht im Tell außer Frage. Die gefeierte Inszenierung von Tobias Kratzer rückt die berühmte Geschichte von Unterdrückung und Widerstand einer kleinen Schweizer Dorfgemeinschaft in die Gegenwart: als Parabel für eine kultivierte, liberale Gesellschaft, deren Ideale durch äußere Gewalt und Machtmissbrauch ins Wanken geraten. Wie soll, wie kann sie auf die Bedrohung ihrer Freiheit reagieren?

Belcanto mit Tiefgang – eine politische Oper in Starbesetzung: Die Neuauflage der legendären, gefeierten Tell-Inszenierung von Tobias Kratzer, 2019 für die Opéra de Lyon erdacht, ist die zweite Premiere am WOCHENENDE DES POLITISCHEN MUSIKTHEATERS, jetzt auf der großen Bühne der Staatsoper Hamburg. Wie politisch Kunst sein kann, steht hier außer Frage. Die Geschichte von Unterdrückung und Widerstand entfaltet in Kratzers Lesart eine frappierende Gegenwärtigkeit. Die Inszenierung verwandelt die Schweizer Dorfgemeinschaft in eine kultivierte, liberale Gesellschaft, die sich plötzlich durch rohe Gewalt existenziell bedroht sieht. Diese äußere Bedrohung zerrüttet auch die inneren Ideale der beiden männlichen Protagonisten: Arnold muss seiner Liebe zur Habsburger Prinzessin Mathilde widerstehen. Tell wiederum steht vor der grausamen Prüfung, seinem Sohn einen Apfel vom Kopf zu schießen. Ist ihm in diesem Moment seine Rolle als Anführer des kollektiven Widerstands wichtiger oder das Familienwohl? Und welche Möglichkeiten hat eine Gemeinschaft überhaupt, auf Gewalt zu reagieren? Die Inszenierung konzentriert sich auf das Parabelhafte. Dieser Tell ist keine mystifizierende Nationallegende, sondern eine Reflexion über Kunst als letzte Bastion gegen Gewalt. Freiheit wird hier nicht als heroischer Akt des Einzelnen erzählt, sondern als zerbrechliches Gemeinschaftsprojekt, das aus kultureller Praxis und Solidarität erwächst – und das jederzeit durch Gewalt und Machtmissbrauch bedroht ist.

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