von Alexander Eisenach
Uraufführung / Auftragswerk
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Jeder kannte ihn als Exzentriker mit Hundedame Daisy auf dem Arm, als Talkshowgast und Gesellschaftsmenschen. Wie sein Vorbild, Bayerns Märchenkönig Ludwig II., liebte er den Glanz, die Opulenz, das Überbordende. Alexander Eisenachs Revue ist eine Hommage an ein Münchner Original: den Modezaren, Wohltäter und Paradiesvogel Rudolph Moshammer.
Modezar und Märchenkönig, Paradiesvogel und Kultfigur. Münchner Original und Wohltäter. In seinem Leben wurden Rudolph Moshammer unzählige dieser Spitznamen und Titel verliehen. Jeder kannte ihn als Exzentriker mit Hundedame Daisy auf dem Arm, als Talkshowgast und Gesellschaftsmensch. Wie sein Vorbild, Bayerns Märchenkönig Ludwig II., liebte er den Glanz, die Opulenz, das Überbordende. Mit seinen Auftritten als Schauspieler und Werbefigur, als Sänger im Vorentscheid des Eurovision Song Contest und mit Büchern wie »Mama und ich« wurde er zur Kultfigur und seine Modeboutique »Carnaval de Venise« auf der Maximilianstraße zur Kultadressse und Pilgerstätte für Mosi-Fans.
»Die wesentlichen Merkmale des <Camp> werden in einem Hang zum Artifiziellen und zur Übertreibung sichtbar, erklärt Susan Sontag in ihrem 1964 veröffentlichten Essay <Notes on Camp>. Rudolph Moshammer war ohne Zweifel Camp. Oder besser: Seine öffentliche Persona war Camp. Die Hundedame Daisy, seine Rolls Royce, die Ludwig II.-Perücke mit der drapierten Haarsträhne. Er taugte als Faszinosum für den bürgerlichen Mainstream, der in den Klatschspalten und im aufkommenden Privatfernsehen der 80er-Jahre seinen Paradiesvögeln huldigte, während die eigene Existenz durch arbeitsame Alltäglichkeit gekennzeichnet war. Die Persona Mosi wird zu einem Schaufenster in eine unbekannte Welt. Durch sie rückt die Schwulenbar, die Modebranche, die Münchner Schickeria ein Stück heran an die eigene Sofagarnitur. Bei aller Exaltiertheit erscheint Moshammer immer herzig und volksnah. Er wird nicht abgelehnt und zurückgewiesen von der Öffentlichkeit, wie so viele andere queere, sehnsuchtsvolle oder exzentrische Menschen. Mosi wird zur Ikone, zum Maskottchen, zur (sein Todesurteil) Kultfigur. Camp sieht die Welt als ästhetisches Phänomen. Dabei geht es weniger um den klassischen Begriff des Schönen als vielmehr um Style. In Ihrem Text nennt Sontag einige Beispiele für Camp, darunter Lampen von Tiffanys, das Ballett Schwanensee und die Münchner Rokokokirchen. Camp sieht alles <in Anführungszeichen>, schreibt Susan Sontag. <Moshammer>. Das ist nicht der Mensch Rudolph Moshammer. Being-as-playing-a-Role. Das Leben als Theater. So wollen wir Mosi verstehen. Nicht als Nacherzählung einer vermeintlichen biografischen Realität, sondern als Spiel, das danach trachtet, die Tristesse des Lebens zu überwinden und sei es unter Aufgabe dieses Lebens.« Alexander Eisenach
Autor und Regisseur Alexander Eisenach ist regelmäßiger Gast und ab der Spielzeit 2023/2024 auch Hausregisseur am Residenztheater. Er inszenierte hier seine Bearbeitung von Goethes »Götz von Berlichingen«, sein Stück »Der Schiffbruch der Fregatte Medusa« und »Einer gegen alle« von Oskar Maria Graf.
Die Produktion wird unterstützt vom Förderverein »Freunde* des Residenztheaters«.
Marstall
MOSI – The Bavarian Dream
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von Alexander Eisenach
Uraufführung / Auftragswerk
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
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